Skip to main content
Monitor Anschlüsse Schnittstellen Titelbild

Von DisplayPort bis VGA: Monitor Anschlüsse im Vergleich

Bei der Auswahl eines geeigneten PC Bildschirms stellen sich viele die Frage, welcher Videoanschluss der beste ist. Deswegen vergleichen wir heute die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der verschiedenen Monitor Anschlüsse!

Inhaltsverzeichnis

  1. VGA
  2. DVI
  3. HDMI
  4. DisplayPort
  5. MHL
  6. Thunderbolt
  7. Fazit

VGA

VGA ist die Abkürzung für Video Graphics Array und wurde 1987 von IBM eingeführt. Der bereits 30 Jahre alte Standard war einst die Nummer Eins in Sachen Videoübertragung. Heute ist der Standard veraltet und nicht mehr für hohe Auflösungen ausreichend.

Aber warum? Bei VGA handelt es sich um einen analogen Übertragungsstandard. Zur Zeit seiner Veröffentlichung waren Auflösungen von 320×200 und 640×480 Pixel die Regel. Aus den Übertragungsmodi ließen sich entweder 2, 4 16 oder 256 Farben wählen.

Das Farbspektrum beziehungsweise die Farbpalette beträgt 2^18 (262144) Farben. Heutige gängige Computerbildschirme unterstützen hingegen 2^24 (16,78 Millionen) oder gar 2^30 (1,07 Milliarden) Farben.

VGA Buchse und Stecker (Bild: Hartmut.krummrei [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons)
VGA Buchse und Stecker
Die VGA Buchse und Stecker sind leicht zu erkennen. Der Anschluss ist üblicherweise blau gekennzeichnet und besteht aus 15 runden Pins. Oftmals hört man auch den Namen D-Sub als Synonym für VGA, doch das ist nicht ganz richtig.

D-Sub, kurz für D-Subminiature, ist eine Bauform für solche Steckersystem. Namensgebend ist der Buchstabe D und dessen Form. D-Sub umfasst alle möglichen Pinbelegungen und VGA ist dabei die dreireihige 15-polige Form namens DE-15/HD-15 (Buchse/Stecker).

QVGA (Quad VGA) ist mit 1280×960 Pixeln nach Norm die maximal mögliche Auflösung. Aufgrund dessen ist VGA bei HD ready Auflösungen von 1280×720 Pixeln problemlos nutzbar.

Bei einer Auflösung von Full HD (1920×1080) ist die reibungsfreie Verwendung allerdings nicht garantiert. Grund dafür: VGA ist ein analoger Standard. Aufgrund dessen muss das Signal erst von Analog zu Digital umgewandelt werden, um zur Darstellung genutzt zu werden.

Das ist auch der Grund dafür, dass es keine einfachen Adapter von HDMI und DisplayPort auf VGA gibt. Denn diese sind reine digitale Formate und so muss das Signal erst mit einem D/A-Wandler (Digital-Analog-Wandler) konvertiert werden.

Als Faustregel für VGA gilt: ab einer Auflösung von 1600×1200 kommt es zu Unschärfe und Unruhe. Zudem kann das Bild zeitweise einfrieren, ruckeln oder die Farbdarstellung fehlerhaft sein (Kontrastprobleme usw.).

Heute findet man VGA noch in Beamern, denn diese eignen sich mit ihrer in vielen Fällen geringen Auflösung im 4:3-Bildformat noch für den VGA-Standard. Im PC-Bereich verlauteten Intel und AMD hingegen, schon 2015 kein VGA unterstützen zu wollen.

VGA zählt somit zu den älteren Monitor Anschlüssen. Der Einsatz an neuen PCs wird aufgrund der Einschränkungen des Anschlusses nicht mehr empfohlen.

DVI

DVI, kurz für Digital Visual Interface, ist der digitale Nachfolger von VGA und seit 1999 in Serie. Mit ihm gelang es Bilder digital zwischen Monitor und Grafikkarte auszutauschen und dabei kompatibel zu den analogen VGA-Signalen zu bleiben.

DVI-D Buchse und Stecker (Bild: Hartmut.krummrei [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons)
DVI-D Buchse und Stecker
Auch heute ist DVI einer der meist verwendeten Schnittstellen im Computerbereich. Das liegt daran, dass der Standard Auflösungen von bis zu 2560×1600 (WQXGA) erlaubt.

Der ein oder andere Gamer dürfte das sicherlich bereits bemerkt haben, denn aufgrund der hohen Datenrate von DVI-Verbindungen, lassen sich Bildwiederholfrequenzen oberhalb von 60Hz erreichen. Davon profitieren 120Hz und 144Hz-Gaming-Monitore.

Aufgebaut ist der Stecker aus maximal 24 + 5 Pins beziehungsweise Kontakten. Maximal deswegen, da man verschiedene Pinbelegungen unterscheidet, namentlich DVI-A (analog), DVI-D (digital) und DVI-I (analog + digital).

Verschiedene Anschlussarten von DVI

Zudem unterscheidet man zwei Übertragungsmodi, nämlich Single-Link und Dual-Link. Bei Dual-Link können zwei anstatt einem digitalen Signal übertragen und somit die Datenrate verdoppelt werden (3,96 GBit/s vs 7,92 GBit/s).

Die häufigst vorkommende Form ist DVI-D Dual-Link. DVI-A hingegen wird praktisch nur für passive VGA-DVI-Adapter verwendet (passiv, weil keine aktive Konvertierung von Signalen stattfindet).

Erkennen kann man Stecker und Buchse anhand ihrer weißen Kennzeichnung sowie Schraubverschluss ganz einfach.

HDMI

High Definition Multimedia Interface (oder kurz HDMI) folgte 2002 drei Jahre nach DVI und ist eine komplett digitale Schnittstelle, die sowohl Video-, als auch Audiosignale übertragen kann.

In erster Linie ist der Standard wegen der Unterhaltungselektronikindustrie entstanden und findet heute vor allem in Fernsehern, Receivern, Blu-ray-Playern und vielen anderen Geräten Verwendung.

Somit ist der HDMi Monitor Anschluss ursprünglich gar nicht für den Gebrauch für Monitore und PCs gedacht.

HDMI (Typ A) Stecker (Bild: D-Kuru [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons)
HDMI (Typ A) Stecker
Stand Anfang 2017 sind HDMI 1.4 und 2.0 die zurzeit meist verbreitetesten Versionen des Standards. Mit HDMI 2.1 steht bereits eine neuere Version in den Startlöchern.

Im Vergleich zu DVI bringt HDMI so einige Änderungen mit sich. Was direkt auffällt: Der Stecker ist kleiner (19 Pins) und brauch keinen Schraubverschluss mehr. Zudem gibt es mehrere Größenvarianten wie Mini-HDMI (Typ C) und Micro-HDMI (Typ D).

Außerdem kann jetzt auch Ton übertragen werden, das war mit DVI noch nicht möglich.

Auf der Gegenseite fällt jedoch die Unterstützung von analogen VGA-Signalen weg. Dafür lässt sich HDMI aber problemlos mit einem Adapter auf DVI-D umstecken.

Schlechte Nachricht für Gamer: HDMI 1.4, der gängigste HDMI-Standard in Computerbildschirmen, unterstützt bei Full HD eine Bildwiederholfrequenz von maximal 120Hz. Ergo kann man 144Hz-Monitore nicht verwenden, da diese dann in 60Hz arbeiten würden.

HDMI 1.4 erlaubt 3840×2160 bei 30Hz, HDMI 2.0 4096×2160 bei 60Hz und der kommende HDMI 2.1 Standard bis zu 10K bei 120Hz Bildwiederholrate. Diese Sprünge ergeben sich aus der gesteigerten Datenrate von 10,2 GBit/s (1.4) zu 18 GBit/s (2.0) und 48 GBit/s (2.1).

DisplayPort

Nachdem es mit HDMI einen digitalen Standard für Unterhaltungselektronik gab, entwickelte 2006 die Video Electronics Standards Association (VESA) den DisplayPort Standard, der in erster Linie zum Anschließen von Computermonitoren gilt.

DisplayPort zählt als Nachfolger von DVI und ist ebenso wie HDMI ein rein digitaler Standard, der neben Video auch Audio übertragen kann. Er ist mitunter einer der aktuellsten Monitor Anschlüssen.

DisplayPort Stecker (Bild: Belkin+Abisys [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons)
DisplayPort Stecker
Die meist genutzte Version ist DisplayPort 1.2. DisplayPort 1.4 wird von Nvidias neuster Grafikkartenserie GTX 10xx (Pascal) unterstützt, Monitore sind aber noch nicht breit auf dem Markt verfügbar.

Vorteil für die Monitorhersteller ist, dass DisplayPort ein freier Standard ist und somit keine Gebühren beim benutzen und verbauen von DisplayPort-Anschlüssen anfallen.

Genau aus diesem Grund war es AMD möglich, den Adaptive-Sync Standard FreeSync einzuführen. Nvidias G-Sync verwendet ebenfalls DisplayPort.

Zudem gibt eine kompaktere Variante namens Mini DisplayPort, welche vor allem durch Apple und die MacBook Pro Serie schnell auf den Markt Fuß gefasst hat. Heute ist DisplayPort im MacBook zu Thunderbolt übergegangen, aber dazu später mehr.

Mit 21,6 Gbit/s in Version 1.2 und 32,4 Gbit/s in Version 1.4 ist die Datenrate um ein Vielfaches im Vergleich zu DVI gestiegen. Das erlaubt in der neusten Version eine Auflösung von 8K bei einer Bildwiderholfrequenz von 60Hz.

Der DisplayPort-Stecker hat 20 Pins und ist leicht durch das „DP“-Logo erkennbar.

MHL

MHL, kurz für Mobile High-Definition Link, ist nichts weiter als ein mobiler Standard, der 2010 durch verschiedene Mobilfunkhersteller entworfen wurde und ein gleichzeitiges Übertragen von Bild/Ton durch HDMI, als auch das Laden durch micro-USB, ermöglicht.

Dabei macht MHL von allen fünf Pins von micro-USB Gebrauch und nutzt drei für HDMI und zwei zur Stromversorgung. Das ganze wird entweder durch einen MHL Adapter oder ein MHL Kabel realisiert.

MHL Kabel der Firma Rankie
MHL Kabel

Unterschieden werden die Versionen 1, 2 und 3 sowie superMHL 1.0. Diese unterscheiden sich in diversen Eigenschaften, die zur Bildqualität beitragen, insbesondere der maximal übertragbaren Datenrate, und zusätzlich in der maximalen elektrische Leistung, mit der aufgeladen werden kann.

Neben micro-USB wird seit Ende 2014 auch USB Typ-C unterstützt. superMHL hat außerdem einen eigenen Stecker mit 32 Pins.

MHL ist nur in rund 10% der Monitore auf dem deutschen Markt vorhanden. Die meisten dieser Monitore (ca. 60%) kosten über 300 Euro.

Thunderbolt

Die Thunderbolt Schnittstelle ist ein 2011 von Intel entworfener Standard und wurde zuerst in Apple Produkten verwendet. Er kombiniert DisplayPort und PCI Express (PCIe) in einem Kabel und liefert zusätzlich bei Bedarf Strom zum Laden.

Thunderbolt 3 ist der neuste Standard und findet Verwendung in Apples aktueller Produktserie sowie Monitoren. Vor allem LG ist auf den Zug aufgesprungen und liefert deshalb den neuen 5K-Monitor von Apple.

Thunderbolt Stecker (Bild: Christiaan Colen [CC BY-SA 2.0], via Flickr)
Thunderbolt Stecker
Geräte vor 2015 nutzen Thunderbolt 2 und Geräte vor 2013 den ersten Standard. Die neuste Version 3 besteht aus 4x PCI Express 3.0, DisplayPort 1.2, HDMI 2.0, und USB 3.1 Gen 2 und nutzt USB Typ-C zur Übertragung.

Deswegen gilt in Sachen Bildübertragung für Thunderbolt 3 das Gleiche wie für DisplayPort 1.2. Thunderbolt 2 unterstützt ebenfalls DisplayPort 1.2, Version 1 lediglich DisplayPort 1.1a.

Der Stecker von Thunderbolt 1 und 2 hat 20 Pins (Mini DisplayPort) und ist an einem Donnerblitz Symbol zu erkennen.

Fazit: Die besten Monitor Anschlüsse

Wer seinen PC an einen oder mehrere Monitore anschließen möchte, der sollte am besten auf DisplayPort setzen. Mit DisplayPort 1.2 hat man nämlich genügend Bandbreite für moderne Monitore mit 1440p bei 144Hz oder 4K bei 60Hz.

Zusätzlich ist AMD FreeSync und Nvidia G-Sync ausschließlich mit DisplayPort realisierbar.

Wem kein DisplayPort zu Verfügung steht, sollte auf DVI-D ausweichen. So hat man nicht nur 1080p bei 144Hz, sondern spart sich auch das ein oder andere „Feature“ aus der TV-Welt (beispielsweise Overscan).

Letzten Endes liefert HDMI aber natürlich auch ein digitales Signal und das ist in jedem Fall dem analogen VGA Signal vorzuziehen.

Da es sich bei Thunderbolt praktisch um DisplayPort handelt und bei MHL um HDMI, wollen wir diese hier nicht weiter erwähnen.

Daraus schließen wir folgendes „Ranking“ für Monitor Anschlüsse bzw. Videoanschlüsse und Schnittstellen:

  1. DisplayPort
  2. DVI
  3. HDMI
  4. VGA

 

Titelbild: „HIS Radeon HD 5850 AMD ATI“ von Forrestal_PL [CC BY-SA 2.0], via Flickr

tftlounge.com

Auf tftlounge.com findest du Testberichte und Reviews zu den neusten und besten PC-Monitoren! Wir haben sie alle, von 4K-Monitoren über Gaming-Monitore bis hin zu Curved-Monitore.

1 thought to “Von DisplayPort bis VGA: Monitor Anschlüsse im Vergleich”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.